Judas Thaddäus
Beide Seitenaltäre, welchen wir uns nun zuwenden, wurden um 1925 nach Plänen des Bludenzer Schuldirektors Jehly errichtet, auf der Innenansicht der Kirche aus dem Jahr 1936005-perjenerkircheinnen1940 fehlen sie noch.
Der Kunstmaler Hans Bertle (1880-1943) aus Schruns schuf laut Signatur („Hans Bertle 1928“) die qualitätsvollen Altarbilder.

Das rechte Altarbild051-kircheperjen-thaddaeusaltar01 stellt den Heiligen Apostel Judas Thaddäus bei einer Krankenheilung dar. Er streckt die linke Hand über den Leidenden, der vor ihm kniet, während die rechte Hand betend nach oben auf Christus weist. 

Über dem Kopf des Heiligen Apostels ist bei genauerem Hinsehen die Flamme des Heiligen Geistes052-thaddaeus-ausschnitt01  zu erkennen.

Der Heilige Judas Thaddäus, ein Jünger Jesu, predigte und wirkte nach alter Überlieferung in Syrien, Mesopotamien und Persien. Lange Zeit wenig beachtet, wurde dieser Apostel erst im 18. Jahrhundert in der katholischen Volksüberlieferung wieder entdeckt. Seitdem wird er als Helfer in verzweifelten Situationen und bei schweren Anliegen angerufen. Seine Reliquien werden vor allem im Petersdom in Rom verehrt.

Das Ölgemälde053-kircheperjen-thaddaeusaltar-jesusoval zeigt Christus, der Seinem Jünger die Kraft zu heilen gibt.

Hl Fidelis

Das linke Seitenaltarbild zeigt die Aufnahme des bedeutenden Kapuzinerheilgen Fidelis von Sigmaringen in den Himmel.

Das Leben des Hl. Fidelis: 1577/78 als Markus Roy, Sohn des Stadtschultheißen von Sigmaringen geboren, hatte er bereits eine glänzende Laufbahn als Jurist begonnen, bevor er unter dem Eindruck von Arglist und Willkür im Rechtswesen 1612 Priester und Kapuziner wurde und den Namen Fidelis (= der Treue) erhielt.
Getreu der Tradition seines Ordens nahm sich Pater Fidelis nicht nur der Armen und kleinen Leute an, sondern auch der Soldaten, die wegen der militärischen Konflikte des Dreißigjährigen Krieges damals in Feldkirch stationiert waren.
In den politischen und religiösen Wirren dieser Zeit gründete der Bischof von Chur zur Betreuung der Katholiken und gegen die Ausbreitung der Reformation die Kapuzinermission im Engadin. P. Fidelis wurde "Missionsoberer der Rätischen Mission". 

Weit über damalige Vorstellungen von Religionsfreiheit hinausgreifend hatte er jedoch erkannt, dass in Glaubensdingen jeder Mensch nur von seinem eigenen Gewissen geleitet wird: zwar könne der Staat zu äußerem Gehorsam zwingen, nicht aber zur Erkenntnis der Wahrheit. Diese galt es daher, in Predigt und Lehre im vollen Bewußtsein der Schwierigkeiten und der tödlichen Gefahr angesichts der erbitterten Konfessionsgegensätze zu verkünden.
Am 24. April 1622 predigte er zu Seewis im Prättigau, etwa auf halbem Weg zwischen Feldkirch und Chur. Schon auf der Kanzel wurde er beschossen. Als er nach einem knieenden Verweilen vor dem Altar die Kirche verlassen hatte, sah er sich von etwa zwanzig bewaffnete Männern umringt, die ihn aufforderten, den neuen Glauben anzunehmen. Er lud sie ein, sich seinem Glauben zuzuwenden. Daraufhin wurde er von ihnen erschlagen.

So wurde P. Fidelis der erste Märtyrer des Kapuzinerordens. Sein Haupt kam in das Kapuzinerkloster nach Feldkirch, der Leichnam wurde im Dom zu Chur bestattet. 

Die Gottesliebe des hl. Fidelis, seine Demut und Beharrlichkeit, sein Vertrauen in das klare Wort und in die Wahrheit sowie sein Blutopfer ließen im Volke sogleich die Verehrung erwachsen. 
1729 wurde er seliggesprochen, die Heiligsprechung folgte 1746.
Ausgehend von der Art des Martyriums bzw. der in Feldkirch verwahrten Reliquie seines Hauptes wurde der heilige Fidelis zum Fürsprecher bei Kopfschmerzen, wegen seines ursprünglichen Berufes zum Nothelfer in gerichtlichen Streitsachen.
Als Patron des früheren Landes Hohenzollern, der Erzdiözese Freiburg im Breisgau, der Nordtiroler Kapuzinerprovinz, zweiter Patron der Diözese Feldkirch und der Bayerischen Kapuzinerprovinz gehört er zu den beliebtesten Heiligen im Dreiländereck an dem Deutschland, Österreich und die Schweiz aneinandergrenzen.
Im Gemälde056-kircheperjen-fidelisaltar-oval01 des Altaraufsatzes  zeigen Engel das Marterwerkzeug des Heiligen Fidelis und den Ehrenkranz, welcher für ihn bereitsteht.

Fatimamuttergottes

Auf dem linken Seitenaltar steht eine Marienstatue aus Fatima. Sie wurde von P. Antonius Maria Storz - welcher ja auch die Verehrung der Guthirtenmutter so förderte -  um das Jahr 1947 hier aufgestellt.

Zur Marienstatue aus Fatima: Fatima ist einer der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte der Welt und liegt in Portugal. Zwischen Mai und Oktober 1917 fanden dort Marienerscheinungen statt. Die Seher waren die Kinder Lúcia dos Santos, Francisco Marto und Jacinta Marto.
Am 13. Mai 1930 wurden die Erscheinungen durch den Bischof von Leiria, Giuseppe Alves Correia da Silva, für glaubwürdig erklärt und die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima gestattet. Mehr über Fatima findest Du hier.

Herz Jesu Oval

Gekrönt wird der linke Seitenaltar vom Herz Mariens058-kircheperjen-herzmaria01, einem Herz mit Rosen,
der rechte vom Herz Jesu059-kircheperjen-herzjesu01, einem Herz mit der Dornenkrone.

Warum sieht man in manchen Kirchen Darstellungen der Herzen Jesu und Marias? 
Wenn Du dieser Frage nachgehen willst, 
findest Du zum Herz Marias hier eine Antwort, 
zum Herz Jesu hier.

Weil beide Seitenaltäre das Zusammenwirken der Herzen Jesu und Mariens unterstreichen wollen, finden wir – entsprechend der Fatimastatue auf dem linken Seitenaltar - auf dem rechten Seitenaltar dieses Herz-Jesu-Bild, in welchem Jesus einladend auf sein Herz hinweist.

MarienmonogrammÜber dem Chorbogen sehen wir ein großes Marien-Monogramm. Marien-Monogramme begegnen uns in vielen Kirchen: 

Im Marienmonogramm sind die vier verschiedenen Buchstaben des Namens "MARIA" ineinander geschrieben. Solche Darstellungen (z.B. auf Münzen) kommen seit der Antike vor, am beliebtesten waren sie jedoch im Europa des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Hier eine Gesamtansicht der Seitenaltäre und des Altarraums, den wir auf der nächsten Seite betreten.

Blick auf die Ältäre

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